Detlef Düsekow

Wann sind Sie in den DPB eingetreten?

Vor 25 Jahren. Gleich als die Gruppe in Soest neu gegründet wurde. Ich bin zu der großen Informationsveranstaltung im Jahr 1991 gegangen und dann sofort eingetreten.

Wie geht es Ihnen heute gesundheitlich?

Mit meiner Schuppenflechte geht es mir im Moment sehr gut. Ich habe nur ein paar Stellen am Kopf, an den Ellenbogen und hier und da kleine Flecken. Als Jugendlicher sah ich aus wie ein Streuselkuchen. So habe ich das selbst immer genannt. Ich merke aber schon, dass mir jetzt in der dunklen Jahreszeit die Sonne fehlt. Da werde ich immer etwas müde vom Wetter.

Wie war Ihr Weg mit Ihrer Erkrankung?

Als Jugendlicher war ich wegen meiner Schuppenflechte sehr gehemmt. Ich spielte Fußball, fühlte mich aber in der Mannschaft immer als Außenseiter. Ich habe nach dem Training nur zu Hause geduscht und auch im Sommer langärmelige Trikots angezogen. Dann gab es diese Infoveranstaltung des Psoriasis Bundes. Initiator Wolfgang Dettmar hat mit hochgekrempelten Ärmeln eine Rede gehalten und jeder konnte seine Hautstellen sehen. Da habe ich mich entschieden, mein verstecktes Verhalten aufzugeben und mich auch so zu zeigen wie ich bin. Ich dachte plötzlich: "Warum nicht?" Ich bin dann ja auch gleich in den DPB eingetreten und habe in der Selbsthilfegruppe viele Gespräche über die Schuppenflechte geführt. Was hilft dir? Was hilft mir? – Ich schätze diese Gespräche. Weitere Informationen aus dem PSO Magazin fand ich ebenfalls sehr hilfreich. Außerdem habe ich beim Eintritt gemerkt, dass wir sehr viele sind. Auch das hat mir schon geholfen. Letztlich hat sich an meiner Einstellung etwas geändert. Ich wurde viel offener – auch beim Fußball. Ich bin immer noch aktiv dabei. Meine bevorzugte Therapie ist die Photosole-Therapie. Wenn es mal wieder schlimmer wird, hilft mir das immer. Im Urlaub fahre ich viel an die See – Nordsee, Wasser, Luft – das tut mir gut. Ansonsten verwende ich nur Pflegecremes. Und an der Kopfhaut manchmal ein Kortikoid. Biologika und andere Medikamente zum Einnehmen brauche ich nicht. Aber ich brauche die Gespräche in der Selbsthilfe. Wir alle wissen, dass wir unser Problem Schuppenflechte nicht absolut lösen können, aber es gibt immer wieder neue Aspekte. Und da möchte ich stets auf dem Laufenden sein. Heute suchen viele Menschen ja ihre Antworten im Internet. Es wird einfach nur gegoogelt. Aber ich bleibe dabei: Ich halte die direkten Gespräche für unverzichtbar.

Interview entnommen aus PSO Magazin 1/2016