Karin Haigis

Wann sind Sie in den DPB eingetreten?

Das war im August 1980.

Wie geht es Ihnen heute gesundheitlich?

Was die Schuppenflechte angeht, geht es mir sehr gut. Womit ich gerade zur Zeit starke Probleme habe, ist eine Arthrose im fortgeschrittenen Stadium. Ob sie die Folge meiner Schuppenflechte ist, weiß ich nicht. Die Ärzte wissen es auch nicht. Aber Tatsache ist, dass ich sehr große Schmerzen habe, besonders an der Halswirbelsäule. Vor kurzem konnte ich kein Auto fahren, weil ich mich nicht nach rechts und links umschauen konnte.

Wie war Ihr Weg mit Ihrer Erkrankung?

Ich war 15 Jahre alt, als die Schuppenflechte begann. Es fing an den Armen und Beinen an und verteilte sich dann über den ganzen Körper. Meine Eltern interessierten sich nicht so sehr dafür. Sie sagten, ich müsse das so hinnehmen. Sie sind aber schon mit mir zu einem Hautarzt gegangen. Der verschrieb mir Kortison. Das nahm ich über sehr, sehr viele Jahre und es hat meinen ganzen Körper geschädigt. Die Haut war sehr dünn, platzte an einigen Stellen auseinander. Es bildeten sich Wunden. Besonders schlimm war es an den Beinen. Ich bin nie in die Sonne gegangen, so dünn war meine Haut. Natürlich habe ich vieles ausprobiert: Cremes und Salben, Ernährungsumstellung, Baden im Toten Meer – nichts hat dauerhaft geholfen. Besonders meine Beine waren ein Problem. Als Kortison gar nicht mehr ging, verschrieb mir mein Hautarzt Fumaderm. Ich nahm zwei Jahre lang sechs Tabletten täglich. Dann – vor etwa zwei bis drei Jahren – las ich im PSO Magazin einen Artikel von Prof. Ingo Haase über Psoriasis. Da wusste ich, dass ich mich unbedingt von ihm untersuchen lassen wollte. Ich bekam auch einen Termin bei ihm. Und sofort erkannte er, dass das Problem an meinen Beinen gar keine Schuppenflechte war, sondern ein Pilz. Er hatte an den Füßen begonnen und ist dann bis zum Knie hochgewandert. Ich bin 20 Jahre lang falsch behandelt worden. Prof. Haase setzte das Fumaderm ab und behandelte den Pilz. Das hat ein Jahr gedauert. Als sich meine Schuppenflechte dann wieder zeigte, bekam ich wieder Fumaderm verschrieben. Damit komme ich seitdem gut zurecht. Ich nehme eine Tablette am Tag und wenn es mal schlimmer ist, dann nehme ich zwei. Ich habe auch wieder eine Kortisoncreme zu Hause liegen. Aber die brauche ich eigentlich gar nicht mehr. Ich benutze täglich eine Pflegecreme, die meiner Haut sehr gut tut. Ich habe eine so fantastische Haut bekommen! Mühe macht die Arthrose. Sie ist sehr weit fortgeschritten. Ihre Ursache ist nie festgestellt worden. Besonders schlimm ist es in der kalten, nassen Jahreszeit. Deshalb lebe ich mehrere Monate im Jahr auf La Palma, einer der Kanarischen Inseln. Und ich mache sehr viel Gymnastik. Damit helfe ich mir am besten. Über all die Jahre habe ich zudem gelernt, wie wichtig es ist, sich über seine Krankheit auszutauschen. Ich habe viele Menschen getroffen, die darüber nicht sprechen mögen. Aber ich halte das für sehr wichtig. Und ich sage mir immer: Es gibt Schlimmeres. Ich habe eine positive Einstellung entwickelt und mache immer aus allem das Beste.

Interview entnommen aus PSO Magazin 5/2016