Ulrich Hamann

"Ich bin Mitglied, weil nur die Gemeinschaft stark macht!"

Warum bin ich Mitglied im DPB geworden?

Ich wollte mein Wissen über meine Krankheit erweitern. Zu der Zeit, als ich in den DPB eingetreten bin, gab es nur wenige hilfreiche Informationen.

Welche Funktion habe ich im DPB?

Kontaktperson für Hamburg und stellvertretender Regionalgruppenleiter.

Seit wann bin ich aktiv?

Seit etwa acht Jahren.

Warum bin ich aktiv geworden?

Damals war der Posten als stellvertretender Regionalgruppenleiter nicht besetzt. Da entschied ich mich, das Amt zu übernehmen. Ich wollte die Leitung unterstützten. So begann mein ehrenamtliches Engagement.

Was empfinde ich in meiner Funktion als gut?

Ich finde es gut, dass ich meine langjährige Erfahrung an Betroffene weitergeben kann. Ich habe seit mehr als 30 Jahren Schuppenflechte. Durch die verschiedenen Kompetenzseminare des DPB habe ich mir ein großes Wissen über diese Krankheit angeeignet. Ich bin zwar kein Arzt, aber ich kann bei unseren monatlichen Treffen Ratsuchenden eine Menge erzählen.

Was mag ich nicht?

Mich stört, dass immer wieder Menschen etwas über die Schuppenflechte wissen wollen, aber keine Bereitschaft zeigen, in den DPB einzutreten. Das Ganze ist doch ein Geben und Nehmen. Ich bekomme Informationen und Hilfe und unterstützte den Verein durch meine Mitgliedschaft. Sonst funktioniert Selbsthilfe nicht. Es ist aber nicht einfach, jemanden für die DPBSelbsthilfe zu gewinnen.

Was war ein besonders schönes Erlebnis als DPB-Ehrenamtler?

Die Kompetenzseminare des DPB finde ich immer wieder besonders schön. Dort gibt es neue Informationen über die Schuppenflechte. Und man hat einen interessanten Austausch mit den Mitgliedern aus anderen Regionalgruppen. Es ist spannend zu erfahren, was bei den anderen so passiert und was sie dort für Probleme haben. Alle gemeinsam treibt zurzeit die Frage um, wie man junge Leute in den Verein bekommt. Der Altersdurchschnitt bei uns liegt beispielsweise bei 60+.

Was wünsche ich mir vom DPB?

Ich wünsche mir, dass der DPB sich weiterhin sowohl auf politischer Ebene für die Belange von Menschen mit Schuppenflechte einsetzt und auch die Forschung unterstützt. Ich wünsche mir aber ganz konkret auch Rat und Unterstützung zu der Frage, wie man junge Leute für den Verband interessieren könnte.

Was erwarte ich von der Gesundheitspolitik?

Sie sollte Medizin und Gesundheit nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachten. Denn wir sind chronisch Kranke.

Wie geht es mir heute gesundheitlich?

Mir geht es Dank eines Biologikums sehr, sehr gut. Ich habe nur eine einzige kleine Hautstelle. Und die möchte ich gern behalten, damit ich überhaupt noch weiß, dass ich Schuppenflechte habe. Das ist natürlich ein Scherz. Aber ich fühle mich wirklich sehr wohl durch das Medikament. Ich hatte eine erkrankte Hautfläche von 50 Prozent. Ich nehme das Biologikum seit acht Jahren. Nebenwirkungen habe ich keine und Langzeitwirkungen, die eventuell heute noch nicht bekannt sind, daran denke ich nicht. Ich weiß nicht, ob das richtig ist. Aber ich lebe nun einmal jetzt. Deshalb mache ich es mir einfach. Ich rede dabei natürlich nur von mir. Jeder hat seine eigene Krankheit. Jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Behandlungsform für ihn in Frage kommt.

Welche Grenzen setze ich mir?

Ich bin noch im Beruf und setzte mir zurzeit keine Grenzen.

Interview entnommen aus PSO Magazin 5/2015